Wiedner-Geigenbau e.K.
Dominique Wiedner Geigenbaumeisterin
 

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Kolophonium

 

Über das Kolophonium

 

Kolophonium (Kolofonium) hat seinen Namen von der lydischen antiken Stadt Kolophon (griech.: Gipfel, Ende, Abschluss), die Sie zwischen Smyrna (im Norden) und Ephesos (im Süden) lag und in der Antike als Handelszentrum für Kolophon galt. Heute wird Kolophonium überwiegend aus Nordamerika eingeführt.

Früher galt Kolophonium als Heilmittel und wurde in der Zauberkunst eingesetzt. Heute ist bekannt, dass Kolphonium allergische Eigenschaften hat. Es sind die ersten antiallergischen Kolofonien auf dem Markt.

 

Gewinnung:

 

Kolofonium wird aus der Fichte, Tanne oder Kiefer gewonnen und ist ein balsamartiges Naturharz, aus dem durch Destillation Terpentinöl gewonnen wird. Durch Erhitzung verdampft das Wasser und Rückstände wie Säuren setzen sich ab. Das reine Harz kann dann abgeschöpft werden. Dieses wird erneut erhitzt und durch Zusätze veredelt. Diese Zusätze variieren von Hersteller zu Hersteller.

 

Unterschiede:

 

Der Unterschied zwischen den verschiedenen erhältlichen Kolofonien liegt nicht nur in den verwendeten Zusätzen, sondern auch in dem verwendeten Rohmaterial. Für die Herstellung von Kolophonium werden über 100 verschiedene Kiefernarten verwendet.

 

Wirkungsweise:

 

Durch das Auftragen von Kolophonium auf die Bogenhaare wird deren Griffigkeit auf die Saiten verbessert. Dies geschieht dadurch, dass auf der Oberfläche jedes einzelnen Bogenhaares die dort vorhandenen Unebenheiten durch eine dünne Kolophoniumschicht  geschlossen werden. Die Haftkraft des Bogens wird erhöht und er lässt sich besser führen. Die Widerhaken der Haare alleine sind nicht in der Lage die Saite zum schwingen zu bringen.

Solange die Haftkraft des Bogens stärker als der Zug der Saite ist, bewegt diese sich in Strichrichtung des Bogens mit. Ist der Zug der Saite stärker als die Haftkraft des Bogens, schnellt diese zurück. Durch diese Bewegung wird Wärme erzeugt, die wiederum dafür sorgt, dass sich das Kolophonium verflüssigt. Durch den Abkühlungsprozess wird das Kolophonium wieder fest. Die Haftkraft ist wieder grösser als die Zugkraft und der Prozess beginnt von vorne.

 

Auswahl:

 

Die Auswahl des Kolophonium erfolgt in der Regel individuell. Allgemein kann man sagen, dass Stahlsaiten eine etwas niedrigere Haftkraft benötigen, Kunststoffsaiten eine mittlere und Darmsaiten eine höhere.

 

In der Regel steht das Kolophonium sowohl für Violine, Viola, Cello und Kontrabass in unterschiedlicher Zusammensetzung zur Verfügung. Es unterscheidet sich durch verschiedenen Härtegrade und optisch zwischen hellerem und dunklerem. Das dunklere Kolophonium ist in der Regel etwas härter als das helle.

 

Gutes Kolophonium darf nicht kleben. Es muss spröde sein und sich leicht in Staub von weißlichem Aussehen zerreiben lassen.

 

Praxis:

Nach dem ein Bogen neu behaart wurde, sollte auf die Haare ausgiebig Kolophonium aufgetragen werden.

 

Wenn Sie die Kolophonium Marke gewechselt haben, sollten Sie vor dem Auftragen des neuen Kolophonium die Rückstnde des alten so weit wie möglich entfernen.